„Little Women“ von Louisa May Alcott

Louisa May Alcotts Klassiker „Little Women“ war seinerzeit Teil meines Buchpakets – mehr oder weniger – feministischer Texte, wenn ich mich recht entsinne. Auch hier hat mich die (neuerliche) Verfilmung des Stoffes dazu animiert, das Buch zu lesen. Damit ich anschließend mit kritischem Blick den Film schauen kann, auf den ich mich im Übrigen schon sehr freue. Allein die Besetzung klingt vielversprechend: Greta Gerwig, die zuletzt als Regisseurin von „Lady Bird“ Furore machte, hat das Drehbuch zu „Little Women“ geschrieben, führt Regie und arbeitet hier mit Meryl Streep (Aunt March), Saoirse Ronan (Jo), Emma Watson (Meg), Timothée Chalamet (Laurie), Laura Dern (Mary March) und vielen weiteren großartigen Schauspielern zusammen. Aber in meiner Vorfreude – der Film erscheint am 25. Dezember 2019 – verzettel ich mich hier. Ich wollte dir doch von dem Buch „Little Women“ erzählen.

Cover der Vintage-Classics-Ausgabe von Louisa May Alcotts „Little Women“
Worum es geht

Weihnachten wird dieses Jahr einfach nicht dasselbe sein für die Schwestern Meg, Jo, Beth und Amy March. Ihr Vater ist in den Bürgerkrieg gezogen und die Familie hat einen Großteil ihres Besitzes verloren. Die siebzehnjährige Meg arbeitet seither als Gouvernante der Familie King, die sechzehnjährige Jo geht ihrer herrischen Tante March zur Hand, Beth hilft tüchtig im eigenen Haushalt mit und Amy, das Nesthäkchen, geht noch zur Schule. Ein Jahr lang dürfen wir die Schwestern begleiten, ihnen bei ihren Pflichten und Freizeitvergnügen zuschauen, an ihren Erfolgen und Misserfolgen teilhaben, mit ihnen lernen und lachen und erwachsen werden. Es ist ein ereignisreiches Jahr, und Mary March unterstützt ihre Mädchen nach Kräften auf ihrem Weg.

Meg hadert am meisten mit dem verlorenen Reichtum der Familie und der Tatsache, dass sie nun arbeiten und ihre zarten weißen Hände benutzen muss, die ihr ganzer Stolz sind. Aber wie auch ihre Schwestern ist sie pragmatisch veranlagt, und sie erkennt, dass Reichtum längst nicht alles ist.

Jo ist längst nicht so eitel wie Meg. Im Gegensatz zu Meg hat sie aber auch nur einen physischen Vorzug und das ist ihre Haarpracht. Jo wäre am liebsten ein Junge, dann hätte sie mit ihrem Vater in den Krieg ziehen können, das hätte ihr gefallen. Sie ist quirlig, immer in Bewegung und ihr großer Traum ist es, Schriftstellerin zu werden. Jo ist es auch, die kurzerhand den Enkel ihres Nachbarn, Mr Laurence, in ihren Kreis mit aufnimmt. Laurie dankt es ihr mit treuer Freundschaft und vielen neuen Ideen für Streiche und Vergnügungen.

Es ist die pure Freude, dieses Buch zu lesen! Die Welt der March-Schwestern ist noch so überschaubar, ihr Leben nicht einfach, aber voller Weisheiten, von denen sich manche auch auf die heutige Zeit anwenden lassen. Natürlich sind die Ideale, die darin an Frauen und Männer gestellt werden, veraltet, trotzdem ist der Text für die damalige Zeit recht fortschrittlich, vermute ich. Schließlich verdienen die Mädchen ihr eigenes Geld und werden ermuntert, ihren eigenen Weg zu gehen.

Louisa May Alcott (1832-1888) hat die Fortsetzung von „Little Women“ vom Erfolg des Debüts abhängig gemacht und drei Folgebände geschrieben: „Good Wives“, „Jo’s Boys“ und „Little Men“. Und ich weiß daher auch schon, was ich in der Weihnachtszeit als nächstes lesen werde 😉