„Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran“ von Éric-Emmanuel Schmitt

Ich nehme an, dass fast jeder schon einmal von Éric-Emmanuel Schmitt gehört hat, oder? Irgendwie hatte ich eine Zeitlang den Eindruck, man komme in Buchhandlungen an seinen Büchern nicht vorbei. Es ist aber durchaus möglich, dass es sich dabei um einen sehr subjektiven Eindruck handelt. Außerdem ist die Beobachtung schon einige Jahre alt. Ebenso wie meine Ausgabe von „Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran“. Alt und bislang ungelesen. Was daran lag, dass ich es ein wenig bereue, Französisch nach der zehnten Klasse abgewählt zu haben, und es entsprechend schön fände, besser Französisch zu können. Gleichzeitig aber hat mich bisher die Aussicht auf eine etwas mühevollere Lektüre als üblich von ebendieser abgehalten. Ich bin ziemlich faul in dieser Hinsicht, das gebe ich gerne zu. Aber letzte Woche war es soweit, denn welch besserer Anlass, mich selbst in den Hintern zu treten, als ein in Aussicht gestellter Besuch im schönen Süden Frankreichs?

Cover der Reclam-Ausgabe von „Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran“ von Éric-Emmanuel Schmitt

Tatsächlich war „Monsieur Ibrahim“ die Mühe auf jeden Fall wert. Es ist ein schönes Buch, zu gleichen Teilen melancholisch, lustig, weise und hoffnungsvoll. Kein Wunder, dass es sowohl im Theater als auch auf der großen Leinwand Verbreitung fand und mittlerweile Lektüre im Französischunterricht geworden ist. Scheinbar wurden gegen Schmitt auch Plagiatsvorwürfe erhoben, aber ein Urteil darüber überlasse ich lieber denen, die mehr von der Sache verstehen als ich. Mir hat die Geschichte vom elfjährigen Momo, der von Monsieur Ibrahim adoptiert wird, sehr gut gefallen. Ebenso wie die vielen Lebensweisheiten, die Monsieur Ibrahim an Momo weitergibt, auch wenn ich folgende etwas fragwürdig fand:

„Lorsqu’on veut apprendre quelque chose, on ne prend pas un livre. On parle avec quelqu’un. Je ne crois pas aux livre.“

Aus „Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran“ von Éric-Emmanuel Schmitt, S. 40

Man lernt nichts aus Büchern? Ich bin schockiert 😉 „Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran“ ist ein wirklich schönes Buch, aus dem man eine Menge lernen und das ich auch darum nur empfehlen kann, auch auf Französisch 🙂

Autor: Kathrin

Ich bin Kathrin, 33 Jahre alt, nimmersatte Leserin, Bücherei-Frequentiererin und Übersetzerin. Da ich mein Geld in der Regel seltener für Kleider, Schuhe, Handtaschen und sonstigen Schnickschnack und stattdessen oft spontan für Bücher ausgebe, befinden sich in meinen Regalen derzeit vorwiegend ungelesene Bücher. Für 2019 habe ich mir vorgenommen, mich endlich durch meine ganz persönlichen Schätze zu lesen. Was alles in meinen Regalen schlummert, Schätze oder kolossale Fehlkäufe, und welche Bücher mich sonst noch begeistert haben, darüber schreibe ich hier.

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